Büroreinigung ausschreiben: Leistungsverzeichnis, Turnus und Kosten
Stand: November 2026
Wer Büroreinigung ausschreibt, vergleicht nur dann sinnvoll, wenn alle Anbieter dasselbe Leistungsverzeichnis bepreisen: Räume, Flächen, Bodenarten, Tätigkeiten und Turnus. Als Richtwert werden 2026 etwa 1,50 bis 3,50 Euro netto pro Quadratmeter und Monat genannt. Der Branchenmindestlohn liegt bei 15,00 Euro je Stunde.
1. Bestandsaufnahme: Was wird gereinigt?
Am Anfang steht eine Liste aller Räume: Büros, Besprechungsräume, Flure, Empfang, Sanitärräume, Teeküche, Archiv. Zu jedem Raum gehören Fläche in Quadratmetern, Bodenart und Besonderheiten wie Glastrennwände, Treppen oder Aufzug. Wenn Sie die Fläche nicht kennen, messen Sie sie oder entnehmen sie dem Mietvertrag. Ungenaue Flächenangaben sind der häufigste Grund für Preisunterschiede zwischen Angeboten.
Notieren Sie außerdem, was nicht gereinigt werden soll, etwa Serverraum, Archiv oder persönliche Büros. Und halten Sie fest, ob Sie Verbrauchsmaterial wie Seife und Papier selbst stellen.
2. Das Leistungsverzeichnis: Tätigkeiten und Turnus
Das Leistungsverzeichnis beschreibt, welche Tätigkeit in welchem Raum wie oft stattfindet. Ein Beispiel: Büros: Böden saugen oder feucht wischen, Papierkörbe leeren, zweimal pro Woche. Sanitärräume: alle Flächen reinigen, Boden wischen, Abfall leeren, bei jedem Einsatz. Teeküche: Arbeitsflächen, Spüle, Boden, bei jedem Einsatz. Fensterbänke und Türen: monatlich.
Staffeln Sie den Turnus: Nicht alles muss bei jedem Einsatz dran sein. Eine Staffelung senkt die Kosten, ohne dass Sauberkeit leidet. Ein Muster finden Sie auf der Seite Reinigungsplan für das Büro.
3. Zeiten, Zugang und Sicherheit
Legen Sie fest, wann gereinigt wird: nach Feierabend, vor Arbeitsbeginn oder tagsüber. Die Reinigung außerhalb der Arbeitszeit verlangt eine Regelung zu Schlüssel, Transponder und Alarmanlage, die ebenfalls in die Ausschreibung gehört. Hinweise dazu im Ratgeber Reinigung außerhalb der Arbeitszeit.
Fragen Sie die Anbieter, ob sie eigenes Personal einsetzen oder Subunternehmer beauftragen. Das ist für Haftung, Datenschutz und Verlässlichkeit relevant.
4. Kosten: Richtwerte und Mindestlohn
Für laufende Büroreinigung nennt der Ratgeber eines Branchenportals für 2026 etwa 1,50 bis 3,50 Euro netto pro Quadratmeter und Monat (Fassung vom 2.9.2026), Stundensätze von Reinigungsfirmen liegen dort bei 28 bis 42 Euro netto. Diese Werte sind Richtwerte und können je nach Sanitäranteil, Turnus und Zugang nach oben oder unten abweichen. Der Mindestlohn der Gebäudereinigung beträgt laut Verordnung seit 1. Januar 2026 15,00 Euro je Stunde (Lohngruppe 1).
Der Mindestlohn ist die Untergrenze des Lohns, nicht des Preises. Ein Angebot, das den Mindestlohn kaum deckt, lässt sich seriös nicht kalkulieren. Weitere Faktoren und Richtwerte stehen auf der Seite Kosten.
5. Angebote vergleichen
Vergleichen Sie nicht nur den Preis. Prüfen Sie, ob das Leistungsverzeichnis vollständig bepreist ist, ob Zusatzleistungen getrennt ausgewiesen werden und ob die Abrechnung nachvollziehbar ist. Fragen Sie nach Kündigungsfristen, Vertragslaufzeit, Versicherung, Kontrollen und Ansprechpartnern. Und bestehen Sie auf einer Besichtigung vor dem Angebot, denn ein Angebot per Telefon ist eine Schätzung.
6. Vertrag und Kontrolle
Halten Sie schriftlich fest: Leistungsverzeichnis, Turnus, Zeiten, Preise, Abrechnung, Kündigungsfrist, Ansprechpersonen und Meldeweg bei Mängeln. Vereinbaren Sie, wie Kontrolle abläuft, etwa Stichproben und ein gemeinsamer Rundgang nach den ersten Wochen. Änderungen im Büro, wie mehr Personal oder neue Räume, sollten über eine Nachtragsvereinbarung ins Verzeichnis aufgenommen werden.